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Welche sind die Gründe für Eifersucht?

Posted on 02 Dezember 2009 by u4OTsJun

Ist Eifersucht ein Ausdruck von Liebe zum Partner oder kommt durch sie lediglich die Eigenliebe zum Vorschein? Wieso kommt es überhaupt zur Eifersucht?

Die Eifersucht aus soziologischer Sicht
eifersucht_eifersucht Innerhalb der Soziologie wird die Eifersucht im Rahmen ihrer Rolle, die sie in der Gesellschaft einnimmt, und im Rahmen der Beziehung zwischen den Mitgliedern jener Gesellschaft untersucht. Ralph B. Hupka stellt in seiner Abhandlung mit dem Titel  Cultural Determinants of Jealousy fest, dass in der Vergangenheit und der Gegenwart keine Gesellschaft die Gefahren der Eifersucht vermeiden konnte. Man hat es lediglich geschafft, durch einzelne gesellschaftliche Modelle die Situationen, im Rahmen jener die Eifersucht zum Vorschein kommt, zu ändern.

Ralph B. Hupka fährt fort: "Emotionen und emotionelle Reaktionen wurden, so wie das gesamte Handeln des Menschen, zum Teil des sozialen Umfelds." Bevor die Eifersucht aufkeimen kann, muss sich der Mensch erst der Motive für die Eifersucht, der Umstände, in denen die Eifersucht aufkommt, des Wertes von romantischen Beziehungen, der Ziele und der Ausdrucksarten der Eifersucht bewusst werden.

Die Eifersucht wird angelernt?

Mit seiner Meinung über die Eifersucht steht Ralph B. Hupka nicht alleine da. Auch O’Neill ist der Auffassung, dass die Eifersucht in erster Linie eine angelernte Antwort ist, die wegen der kulturellen Eigenheiten jeweils starker oder schwächer zum Ausdruck kommt. So kommt bei den Eskimos die Eifersucht zum Beispiel sehr selten vor oder einige kleine Stämme dieser Welt kennen die Eifersucht gar nicht, wogegen die Eifersucht in der westlichen Welt tief verwurzelt ist. Diesbezüglich kann man feststellen, dass die Eifersucht keine angeborene Verhaltensart ist.

Die Eifersucht ist ein Ausdruck des sexuellen Verhaltens
Im nächsten Abschnitt werden einige interessante Regeln über das Empfinden von Eifersucht zusammen mit sexuellen Gewohnheiten vorgestellt, die in verschiedenen Kulturen vorkommen oder vorkamen. Die Eifersucht und die sexuellen Gewohnheiten einer bestimmten Kultur sind nämlich eng miteinander verbunden. Da ein Großteil der Berichte über solche Gewohnheiten nicht über Emotionen bzw. nicht ausdrücklich über Eifersucht spricht, ist es nur schwer einzuschätzen, wann es sich um die Schlichtung einer Eifersuchtssituation und wann um bloßes Befolgen der Riten eines bestimmten Ortes handelt.

eifersucht

Die Wahrnehmung der Eifersucht nach Lutz und White
– Das Shona-Volk aus Zimbabwe: Die Eifersucht rettet die Kinder vor dem Tod.

– Der indische Toda-Stamm: Eine verheiratete Person darf einen Liebhaber haben, da dieses keine Eifersucht verursacht. Schwere Eifersucht kann ausbrechen, wenn eine Frau ein Verhältnis mit einem Mann eines anderen Stammes hat.

– Spanien (Andalusien): Die Eifersucht des Mannes erhält in den Augen der Gemeinschaft seine Ehre aufrecht (Pitt-Rivers).

– Yanomani-Stamm: Es ist wichtiger, dass sich der Ehemann die Gunst des Liebhabers seiner Frau durch Geschenke und gastfreundliche Bewirtung erkauft, als dass ihm ihre Untreue Sorgen bereiten würde (Harris).

– Bakongo-Stamm aus Afrika: Der Liebhaber einer verheirateten Frau muss an den Ehemann eine Art „Nutzungsgebühr“ für die Frau zahlen. Wenn er nicht zahlen kann, arbeitet er seine Schulden auf dem Feld des Ehemannes ab. Die Höhe dieser „Nutzungsgebühr“ hängt vom Wert der Frau, den ihr Ehemann bestimmt, und von der Dauer des Verhältnisses ab (Weeks).

– Simbabwe: Der Tod des Kindes oder der Mutter bei der Geburt sei ein Zeichen von Unzucht. Wenn es den sicheren Anschein macht, dass die Mutter oder das Kind im Sterben liegen, wird die Mutter nach dem Namen ihres Liebhabers gefragt, der im gleichen Maße schuldig ist (Gouldsbury-Sheane).

– Yao-Stamm aus Afrika: Die Untreue des Mannes vor oder nach der Schwangerschaft seiner Frau könnte Verletzungen der Mutter oder des Kindes zur Folge haben (White-Mullen).

– Ammassalik-Inuit-Stamm (Grönland): Zwei Paare können sich untereinander über einen Partnertausch einigen. Im Rahmen solch einer Einigung spielt der Ritus des „Mitnehmens des Lichts“ eine wichtige Rolle. Ein Mann gewährt dem anderen Mann, mit seiner Ehefrau Geschlechtsverkehr zu haben, jedoch muss dieser davor buchstäblich das Licht aus der Behausung heraustragen (Mead, Mirsky).

Die beschriebenen Beispiele deuten neben den verschiedenen Rollen der Eifersucht in der Gesellschaft auch auf verschiedene Wahrnehmungen über Monogamie und Polygamie. Eifersucht ist in jenen Kulturen stärker ausgeprägt, die auf einer monogamen Form der Partnerschaft gründen. K. Davis geht sogar noch einen Schritt weiter und stellt fest, dass die Gesellschaft ihre Mitglieder darin bestärkt, auf die Untreue des Partners mit Eifersucht, Wut und Bestrafung zu reagieren, um dadurch die Institution der Ehe zu bewahren.

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